Primäre und sekundäre Wundheilung

Experten unterscheiden die primäre von der sekundären Wundheilung.

Im Falle der primären Wundheilung liegen die Wundränder direkt aneinander – z.B. bei einer Naht nach einer Operation. Die Schichten auf beiden Seiten der Wunde befinden sich auf gleicher Höhe und stehen in direktem Kontakt zueinander. Am Ende entsteht – wenn keine Komplikationen auftreten - eine schmale, strichförmige, fast unsichtbare Narbe. Die sekundäre Wundheilung erfolgt, wenn ein Gewebedefekt dazu führt, dass die Ränder der Wunde weiter auseinander liegen. Die Wunde heilt in diesem Falle aus der Tiefe durch Granulation (Zellneubildung), Kontraktion (Zusammenzug) und anschliessender Epithelialisierung (Ausbildung einer neuen Hautschicht). Am Ende entsteht eine breitere Narbe.

Die «normale» Wundheilung läuft in 4 Phasen ab. Jede dieser Phasen benötigt eine unterschiedliche Pflege und Behandlung:

  • Exsudationsphase – 1. bis 4. Tag
    Ziel Blutstillung und Wundreinigung. Die Phase ist gekennzeichnet durch eine physiologische Entzündungsreaktion mit Austreten von Wundsekret.
  • Proliferationsphase – 5. bis 10. Tag
    Ziel Bildung von Granulationsgewebe und Wundzusammenzug, Regeneration des Gewebes mit Einwachsen neuer Gefässe und Einwanderung von Bindegewebszellen.
  • Reparationsphase – 11. bis 21. Tag
    Ziel Epitheliasierungund Narbenbildung. Am Ende entsteht eine geschlossene (epithelialisierte) Wunde, die noch instabil ist.
  • Maturationsphase – 3 Wochen bis 2 Jahre
    Reifungund Reorganisation der Wunde («Narbenreifung»). Idealerweise resultiert am Endeeine schmale, blasse Narbenlinie.

In der VENIO gilt das Prinzip «feuchte Wundbehandlung». Es gibt nur wenige Ausnahmen von dieser Regel. Denn optimal für das Zellwachstum in einer Wunde ist ein feucht-warmes Milieu. Eine offene Wunde sollte nicht austrocknen sondern prinzipiell feucht behandelt werden. Um dies sicherzustellen, stehen verschiedene moderne Wundauflagen zur Verfügung. Auch für die Wundreinigung und das Abtragen schädlicher Beläge auf der Wunde stehen verschiedene Methoden zur Verfügung. Generell gilt eine Wunde, die nach 4–6 Wochen noch nicht verschlossen ist, als chronische Wunde und «Problemwunde». Die Wundbehandlung bei VENIO erfolgt in der Regel nach Zuweisung durch den Hausarzt/die Hausärztin und in enger Zusammenarbeit mit diesen. Wundverbände müssen meist mehrmals pro Woche erneuert werden. Gerne arbeiten wir daher mit Pflegefachleuten am Wohnort unserer Patienten – wie z.B. der Spitex – eng zusammen. Sie können sich – je nach Versicherungsmodell – auch direkt für die Wundbehandlung, eine Beratung (z.B. zum Vorbeugen einer Wunde) oder das Einholen einer Zweitmeinung anmelden.

Unsere Leistungen

Literaturangaben